Schon über ein Jahr ist es jetzt her, dass „Google for Jobs“ in den USA gestartet ist. Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis das Jobsuch-Feature auch in Deutschland die Recruiting-Szene auf den Kopf stellen wird. Aber was genau kommt da eigentlich auf uns zu? Steht uns eine neue Ära in der Jobsuche bevor?

Das kann „Google for Jobs“

Die altbekannten Stellenbörsen werden mit „Google for Jobs“ ernstzunehmende Konkurrenz bekommen, denn Google bietet damit ein eigenes Feature für die Jobsuche an. Die Jobsuchenden haben dabei die Möglichkeit, die Ergebnisse nach Branche, Unternehmen oder Jobtitel zu filtern. Struktur und Passgenauigkeit werden hier also großgeschrieben. Auch eine „One Box“ wird es bei der Jobsuche über Google geben. Der prominent platzierte Kasten, den wir bereits von der Google-Suche nach Flügen, Hotels oder Produkten kennen, wird potenziellen Bewerbern demnächst regelmäßig auf der Suche nach einer geeigneten Stelle begegnen.

Nach Googles Regeln spielen?

Ganze 73 Prozent der Stellensuchen beginnen mit der Google-Suche. Klar ist also, dass Arbeitgeber sich wohl oder übel anpassen müssen, um auch weiterhin diese Vielzahl potenzieller Bewerber erreichen zu können. Aber muss das unbedingt schlecht sein? Nein! Wie wir alle wissen, ist Passgenauigkeit das, was der Riesenkonzern wohl am besten kann. Mit dem Jobsuch-Feature hat Google das Ziel, Jobsuchenden eine optimale Search Experience zu gewährleisten. Dabei profitieren nicht nur die potenziellen Bewerber selbst, sondern auch die Recruiter. Denn Google stimmt das Stellengesuch und die offene Position genau aufeinander ab und greift dabei auf seine Unmengen an Nutzerdaten zurück. So bekommen nicht nur die Jobsuchenden nahezu maßgeschneiderte Stellen präsentiert, sondern auch Arbeitgeber passende Bewerber.

Die Ruhe vor dem Sturm – Stellenbörsen bereiten sich vor

Standardisierung und Struktur sind also die Zauberwörter, an die sich Personaler zukünftig halten müssen, um auch weiterhin hoch im Kurs zu stehen. Aber welche Veränderungen bringt das Ganze für die zahlreichen Stellenbörsen mit sich? StepStone hat erste Konsequenzen daraus gezogen und möchte vorbereitet sein, wenn „Google for Jobs“ auch in Deutschland angekommen ist. Mit dem sogenannten „Liquid Design“ führt StepStone eine Funktion ein, mit der jeder Teil der Anzeige zu einem eigenen Strukturelement umgewandelt wird. Einzelne Bausteine einer Stellenanzeige können frei gegeneinander verschoben und neu ausgerichtet werden. StepStone verfolgt damit wie Google das Ziel, die Effektivität der Anzeige zu steigern und gehört so zu den Jobbörsen, die mit Blick auf die Zukunft bereits gewappnet sind.

Individualität und Authentizität – futsch?

Okay, okay: Standardisierung, Struktur und Passgenauigkeit – verstanden. Aber wo bleibt bei den ganzen Strukturelementen und standardisierten Designs eigentlich die Authentizität, wenn alle Stellenanzeigen nur noch einem bestimmten Schema folgen – sei es bei StepStone oder bei „Google for Jobs“? Sind es nicht vor allem Individualität und Authentizität, die ein Unternehmen für Bewerber erst attraktiv machen? Oder ist es doch der säuberlich strukturierte Inhalt, der den entscheidenden Ausschlag gibt, sich um eine bestimmte Stelle zu bewerben? Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beiden Komponenten, die eine zu vergebende Position erst so richtig attraktiv macht. Wir wissen nur so viel: Sofern „Google for Jobs“ auch den deutschen Markt erreicht (und das tut das Feature gewiss!), wird die Recruiter-Szene gewaltig umgekrempelt.

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Foto: https://twitter.com/google/status/864918052344877057