Dass viele Branchen mit dem Fachkräftemangel zu kämpfen haben, ist kein Geheimnis. Aber warum ist das eigentlich so? Ist die Tätigkeit nicht attraktiv genug, liegt es an der Bezahlung oder sogar am Arbeitgeber selbst? Warum Rekrutierung Personalverantwortliche zur Verzweiflung bringen kann, hat viele Ursachen. Aber wo anfangen – wie wäre es mit Ihrem Unternehmen?

Benefits neu denken

Sie bieten Ihren Mitarbeitern Home Office, Gleitzeit und eine Kantine an? Schön und gut, aber dann sind Sie leider nicht mehr up to date. Die Zeiten, in denen diese Benefits außergewöhnlich waren und der Firma einen gewissen Stellenwert verliehen haben, sind vorbei. Deshalb nähern sich immer mehr Unternehmen Start-up-ähnlichen Strukturen. Angestellte im Bosch-Konzern haben zum Beispiel die Wahl zwischen 35, 38 oder 40 Arbeitsstunden. Eigenverantwortlich entscheidet jeder Einzelne, wann er wie viel arbeitet. Ist der Wohnungsmarkt schwierig, werben Betriebe sogar mit Wohnungen, die sie dem Bewerber zur Verfügung stellen – so auch die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). Die Aktiengesellschaft folgt damit einem neuen Trend, der bereits eine lange Geschichte hinter sich hat: Mit der Industrialisierung stieg damals die Wohnungsnot. Viele Fabrikarbeiter mussten sich mit einfachen Schlafstellen zufriedengeben. Die ersten Mitarbeiterwohnungen wurden zunächst in den Bergbauregionen wie dem Ruhrgebiet errichtet. Irgendwann wurden dann ganze Siedlungen für die Arbeiter gebaut.

Neben frei wählbaren Arbeitsstunden und Wohnungsangeboten ist ein kostenloser Gesundheitscheck attraktiv, der in der Vergangenheit oft nur Führungskräften vorbehalten war. Auch beliebt: ein eigenes Weiterbildungsbudget oder längere Sonderurlaube, sogenannte Sabbaticals. Sie sehen also: es gibt so viele Möglichkeiten, um eine Jobstelle attraktiver zu gestalten und damit Ihrem Recruiting eine neue Perspektive zu verleihen.

Mein Game-Room, mein Sportkurs, meine Candy Bar

Die genannten Benefits betreffen vor allem das Leben um die Arbeitsstelle herum. Aber wie steht es um das eine oder andere Goodie während der Arbeitszeit? Wie wäre es zum Beispiel mit einem Game-Room? Gemeinsames Zocken nach einer anstrengenden Arbeitsphase fördert nicht nur die Gemeinschaft unter den Kollegen, sondern baut auch Stress ab. Auch Sportkurse wie Yoga oder Pilates können den Kopf wieder frei machen.
Viele Arbeitnehmer würden zudem gern ihren Hund mit auf die Arbeit nehmen dürfen. Noch immer lassen dies nur wenige Arbeitgeber zu. Auch das zählt als Benefit und könnte ein entscheidender Aspekt sein, ob sich ein hervorragender Bewerber für oder gegen Ihr Unternehmen entscheidet.

Benefits richtig umsetzen

Geld allein motiviert nicht mehr. Benefits werden in der Arbeitswelt immer wichtiger. Die Rede ist nicht mehr von Work-Life-Balance, sondern von Work-Life-Integration. Das sollten auch Unternehmen erkennen und gekonnt für den Rekrutierungsprozess nutzen. Bevor Sie jedoch vorschnell Handeln – sprechen Sie mit Ihren Mitarbeitern! Nur weil Sie regelmäßige Firmenevents super finden, müssen das nicht Ihre Angestellten. Sprechen Sie das Thema also gezielt an, um zu erfahren, welche Vorteile sich die Mehrheit der Belegschaft wünscht – einen Game-Room, Sabbaticals oder Sportkurse? Wichtig: Für die meisten ist es von großer Bedeutung, dass Benefits unabhängig von Hierarchie und Leistung festgelegt werden. Gewisse Vorteile sollten also nicht nur dem Chef vom Dienst vorbehalten sein, sondern allen. Achten Sie zudem darauf, dass die Benefits dem Unternehmen gerecht werden. Passen bestimmte Benefits überhaupt zu den Werten und zur Philosophie des Betriebs? Nicht überall macht sich eine Candy Bar gut.

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