Um passendes Personal zu finden, reicht eine gewöhnliche Stellenanzeige nicht immer aus. Bestimmte Zielgruppen erwarten mehr – kreativ und außergewöhnlich soll es sein. Guerilla-Recruiting könnte hier für viele HR-Manager Abhilfe schaffen, denn die Methode ist oft kostengünstig und gleichzeitig besonders wirkungsvoll.

Was bedeutet „Guerilla“ eigentlich?

„Guerilla“ bedeutet wörtlich übersetzt „kleiner Krieg“. Kein Wunder also, dass Guerilla-Maßnahmen vor allem provokativ, unkonventionell und überraschend sind. Aber genau diese Eigenschaften machen es eben so erfolgreich. So hat beispielsweise das Rote Kreuz in Kanada mit einer Guerilla-Marketingaktion für Aufsehen gesorgt: auf einem dreidimensional wirkenden Bodenaufkleber ist eine Frau zu sehen, die am Boden liegt und Hilfe braucht. Zu lesen ist die Aufschrift: „Know what to do“ (also: „Besser Sie wissen, was zu tun ist“). Umstritten, aber wirkungsvoll.

Quelle: Canadian Red Cross Blog

Kennen Sie diese Guerilla-Aktion hier? Das Unternehmen Frontline wirbt mit einem Antiparasitikum für Hunde und Katzen. Dafür haben sie ein großes Plakat auf dem Boden eines Gebäudes angebracht, in dem sich täglich zahlreiche Menschen aufhalten. Schaut man aus den oberen Stockwerken auf das Bild, erkennt man Ungeziefer auf einem Hund, der sich hinterm Ohr kratzt. Erst auf den zweiten Blick wird klar, dass es sich nicht um Parasiten, sondern um Passanten handelt. Ein gelungenes Beispiel dafür, wie Unternehmen ganz bewusst menschliche Interaktion auf überraschende Weise nutzen können. Finden auch Sie heraus, wie Menschen Teil Ihrer Idee werden können, um Ihre Kampagne zum echten Hingucker werden zu lassen.

Quelle: Marketing Ideas 101

Neben großflächigen Plakaten oder Aufklebern sind zum Beispiel auch Street Paintings auf Bürgersteigen oder T-Shirts mit aufgedruckten Botschaften eine Möglichkeit. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. So kreativ und wahnsinnig die Ideen auch sein mögen – auch beim Guerilla-Recruiting müssen Sie einige Punkte beachten, damit Sie mir Ihrer Aktion punkten können:

Surprise, Surprise

Wie Guerilla-Marketing lebt auch Guerilla-Recruiting vom Überraschungseffekt. Ahnen sollte im Vorfeld also niemand etwas. Schlagen Sie dann zu, wenn die potenziellen Kandidaten nicht damit rechnen. Wie wäre es zum Beispiel bei der After-Work-Party oder beim Einkaufen? Idealerweise platzieren Sie Ihre Werbung auch noch dort, wo sie von Mitarbeitern konkurrierender Unternehmen wahrgenommen werden kann.

Authentisch die richtige Zielgruppe ansprechen

Sie möchten am liebsten direkt loslegen? Vorsicht! Bevor Sie das nächste Brainstorming mit Ihren Kollegen planen, sollten Sie vorher noch einmal in sich gehen. Was repräsentiert Ihr Unternehmen? Wen wollen Sie eigentlich mit Ihrer Idee ansprechen? Sie sollte nicht einfach Aufmerksamkeit erzeugen, sie muss auch zu Ihren Werten passen. Wenn auf die originelle Maßnahme der bürokratische Bewerbungsprozess folgt, ist das nicht Sinn der Sache. Das passt nicht zusammen und hinterlässt enttäuschte Bewerber. Planen Sie nur solche Aktionen, die auch Ihr Unternehmen repräsentieren!

No copy!

Wie wichtig Authentizität ist, haben Sie gerade gelesen. Dazu gehört aber nicht nur, den eigenen Unternehmenswerten treu zu bleiben, sondern auch, die Finger von den Ideen anderer zu lassen. Denken Sie erst gar nicht daran, eine Guerilla-Aktion zu kopieren oder nur leicht verändert umzusetzen. Zum einen ist es einfallslos, zum anderen erhalten Sie womöglich negatives Feedback und schrecken zusätzlich potenzielle Bewerber ab. Außerdem lebt Guerilla-Recruiting vom überraschenden Moment, der dann definitiv flöten gegangen ist.

Roten Faden beachten

Ihre Guerilla-Aktion ist eingeschlagen wie eine Bombe und hat den gewünschten Erfolg gebracht? Glückwunsch! Haben Sie aber auch daran gedacht, vorab die entsprechende Stellenausschreibung und alle nötigen Infos auf Ihrer Landingpage und den Social-Media-Kanälen unterzubringen? Die kreative Maßnahme als solches ist gut und wirkungsvoll, reicht aber allein nicht aus. Achten Sie auch hier darauf, dass sich am Ende ein stimmiges Gesamtbild ergibt.

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Autorin: Julia Kück

Titelbild: unsplash.com